Marcel Prebeck

„Was ist der Mensch eigentlich? Das möchte ich von dir wissen.“

Der Mensch? Wie soll ich das beantworten?“, entgegne ich. 

Dies ist die erste Frage, die wir zu beantworten haben, wenn wir uns tatsächlich mit ihm und seiner Art zu Leben befassen wollen. Also?“

Die beste Frage, um einen Kopf von einem Moment auf den nächsten vollständig zu entleeren und ihn neu zu füllen. Der Mensch? Zunächst einmal ein Zweibeiner. Ein sprechender Zweibeiner… Ein sprechender, Kaffee trinkender, Zigaretten rauchender, Zeitungen lesender, sich vom Fernsehen bestrahlen lassender, mal lustlos, mal enthusiastisch arbeitender, Planeten entdeckender und zerstörender, Pizza bestellender, Spiele spielender, Bier brauender, Äpfel pflückender, Vernichtungskriege führender, Atombomben entwickelnder, Häuser sprengender, Geiseln nehmender, Rinder und Kinder abschlachtender, Bäume und Ideale zerhackender, Fische fangender, Müll und Kunst produzierender, nachdenklicher, Bücher schreibender, Theater spielender, Filme drehender, Musik komponierender, Bilder malender und interpretierender, kontemplativer, Gedichte rezitierender, sich in den Armen haltender, sich liebender, sich Drogen in den Körper jagender, Mathematik betreibender, logisch durchleuchtender, zu hohen Flammen heranwachsender, im Fegefeuer der Eitelkeit verbrennender und zu Staub zerfallender, Asche werdender, verrottender, zerwürmter, auf Tasten hämmernder, Stifte und Schwerter schwingender, mal verständnisvoller, mal verständnisloser, am Fließband neue Vertreter seiner Art in die Welt schleudernder Zweibeiner ohne Federn… „Der Mensch“, gebe ich zur Antwort, „kann alles und nichts sein. Er kann ein Kant oder Nietzsche, Wilde oder Picasso, Hitler oder Bush sein, eine blinde Hülle oder alles durchleuchtender Wanderer der Welten, ein Werther oder Don Juan, Apoll oder Dionysos. Wie soll man je von ‚dem Menschen‘ sprechen können, mit alle dem vor Augen?“