Leif Eric Young

Leif Eric Young

 

Theater ist Handwerk. Viel Handwerk.
Es ist nicht eine Kunstform wie die Malerei, Instrumentalmusik oder das Schauspiel.
Theater ist ein anderer Begriff. Bisweilen nicht allgemein bekannt ist, dass Begriffe sehr gut sind.
Hier also: Sehr gut.
Theater benennt einen Prozess, ein Ergebnis, auch einen Ort, manchmal auch ein Verhalten.
Wenn Kunsthandwerke zusammenkommen, um an einem gemeinsamen Werkstück zu arbeiten,
das nennt man Theater.

Was mag ich zum Theater zu sagen:

Die Schein-Idiotie (hier: Schein wie Zettel) um den Nachweis ist Schrott.
Sie ist kurz gedacht (hier: kurz wie idiotisch).
Sie ist drollig im Blick auf den Hintergrund der künstlerischen Betätigung.
Die Schein-Idiotie ist womöglich auch gut, da sich jede und jeder toll fühlen mag und das soll man nicht verwehren.
Es fühle sich jede und jeder, wie sae sich fühlt.

Doch: Obacht. Wer da auch toll sein will, muss sich um Ahnung bemühen. Einst traf ich wen, der hatte überhaupt keine Ahnung. Dieser fühlte sich doch sehr ahnungsvoll. Das war ein Idiot.
Kunst braucht man nicht zu glauben, das ist unlogisch und schafft den Grund des Wortes und seiner beschreibenden Sache ab. Man kann sie allgemein erkennen, so ist ein Glauben unnötig. Anderenfalls fördert man die Religion, deren Begriff keine Kunst ist. Hierzu keine Wertung.

Es gibt tatsächlich alles zu lernen und das an jedem Ort:
Die Lehrmeister heißen Mut zur eigenen Person und Demut vor der eigenen Machart. Das ist wertvoll.

Um die Bennung gibt es noch weitere Vorschläge, Weiteres ist speziell.
Reaktivität und Geläufigkeit sind zwingend erforderlich,
ansonsten verbleibt man in einer individuellen Blase,
welche den allgemeingültigen Begriff Kunst nicht erfüllt.
Und man kann viel sagen, aber: Sprache will gewählt sein.
Auch zum Unverständlichen muss man sich entscheiden.
Andernfalls wird die Ausführung zur Kunst nur zum Zufallsgenerator und da braucht es in der Vorarbeit dann gar nichts
und das ist dann wieder keine Kunst.

Ex falso quodlibet klingt sehr schlau und das ist es auch.
Es ist einfach und ganz präzise.
Einfache Kunst ist nicht klein.
Komplexe Kunst ist nicht groß.
Sie sind: Einfach und Komplex.
Sonst hießen sie auch Klein und Groß in ihrer ordentlichen Betrachtung (gute Wortfolge).

Zahlen lügen nicht, da sich ihre Existenz in der Abwesenheit der Lüge begründet.
Eine Zahl in Kombination mit einer Lüge ist gar keine Zahl, sondern Quatschkram.
Das alles ist einfach und ganz präzise.

Kunst ist kein Lotto (hier: Lotto wie Zufall),
sondern etwas, das sich auch nachrechnen ließe, wenn man da erstaunlich viel Ahnung hätte.
Da erstaunlich hier für überalltäglich steht – ist dies die Kunst – in ihrer ordentlichen Betrachtung.
Wer das nicht versteht scheint idiotisch.

 

Leif Eric Young | Theatermacher
oder Beruf wählen nach Anforderung:
Regisseur, Schauspieler, Komponist und Bühnenmusiker, Veranstaltungskonzeption
Spezialfertigkeit: assoziative Problemlösung

leif@theter.de

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